Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch für die Sängerin des Amun Re Ta-remetsch-en-Bastet (Hieratic papyrus with the Book of the Dead for the singer of Amun-Re Ta-remetj-en-Bastet)
Description
Dies ist ein über vier Meter langer Totenbuch-Papyrus. Er gehört zu einer Frau namens Ta-remetsch-en-Bastet und datiert in die Ptolemäerzeit des Alten Ägypten. Die Papyrusrolle wurde bereits 1859 in Paris für das Berliner Museum angekauft. Das Totenbuch ist eine Sammlung von Totentexten in Form von Sprüchen und mit Vignetten illustriert. Die Sprüche sollten der Verstorbenen helfen, ihren Weg in der Unterwelt mit ihren Dämonen und Göttern zu finden. Das Totenbuch ist ab dem Neuen Reich (etwa 1500 v. Chr.) bezeugt und seine Tradition setzt sich bis in die römische Zeit fort. In der kompletten Version hat es über 200 Kapitel. Zumeist konzentriert sich der Text jedoch auf die wichtigsten Sprüche. Insgesamt beinhaltet dieser Totenbuch-Papyrus mehr als 50 Sprüche (und Vignetten), die in sorgfältig komponierten Kolumnen in hieratischer Schrift niedergeschrieben sind. In keinem Totenbuch fehlt das Kapitel 125, das negative Sündenbekenntnis, in dem bestätigt wird, dass der Verstorbene keine Sünde begangen hat. Die entsprechende farbige Vignette illustriert das Totengericht. Die Verstorbene wird zur Waage begleitet. Hier wird ihr Herz (in Form eines Topfes) mit all ihren Taten gegen die Göttin Maat (mit einer Feder auf dem Kopf) symbolisch gewogen. Wenn sie gemäß der Maat – der Weltordnung und dem Prinzip der Gerechtigkeit – gelebt hat, ist sie „wahr an Stimme“ oder gerechtfertigt und kann in die Unterwelt eintreten. Besteht sie diese Probe nicht, wird sie der große „Fresser“, ein Monster mit den Elementen eines Krokodils, Löwen und Nilpferdes, fressen und somit den zweiten Tod sterben. Osiris sitzt in dieser Szene als der „Herr der Unterwelt“ auf einem Thron und erwartet die Verstorbene in der „Halle der Vollständigen Wahrheit“. Die ganze Szene wird von zwei Götterreihen mit je 21 Göttern überwacht, die als Totenrichter fungieren und auf dem Kopf ebenso die Maat-Feder tragen. Der Gott Thot (mit einem Ibis-Kopf) protokolliert das ganze Gerichtsverfahren.V. Lepper Frühe Ptolemäerzeit (Ptolemäerzeit-) Griechisch-Römische Zeit-) Ägypten)
Cross-references (1)
- SMB-ObjectId 279541 tier-2
About this record's data
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