Oberteil einer Amphore mit plastisch geformter Hathorkuh und Scheiben-Dekor (Neck of an amphora with appliqués)
Description
Der von Borchardt zunächst als „Leuchter“ angesprochene Hals einer ursprünglich geradezu riesigen Amphore ist am oberen Ende mit 13 separat angesetzten Scheiben aus Keramik verziert. Diese waren mit jeweils einer blauen Blüte bemalt. Direkt darunter schließt sich die plastische Darstellung der Hathorkuh an, welche eindeutig durch die Sonnenscheibe zwischen ihren Hörnern zu identifizieren ist. Nach jüngsten Erkenntnissen von Sandro Schwarz ist die tiergestaltige Göttin auf einer Barke stehend wiedergegeben, die ebenfalls plastisch ausgearbeitet wurde. Jene Bildkomposition geht auf einen alten Mythos der Hathor-Kuh von Deir el-Bahari zurück. Danach fand die Göttin das Horuskind nach langer Suche im Gewässer des Papyrusdickichts und säugte es. Sie galt somit als göttliche Amme des zukünftigen Pharao. Interessant ist, dass Borchardt bereits kurz nach der Identifizierung der Applikationen als Sonnenscheiben seine Meinung änderte und ihnen die Bedeutung von „Blumen (Margeriten?)“ zuwies. Während diese Identifikation als florales Muster zutrifft, ist ihm sowohl die plastische Ausarbeitung des Hinterteils der Kuh als auch die Funktion des Objektes Zeit seines Lebens verborgen geblieben. Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 242 (Kat.-Nr. 27).
Connections
Cross-references (1)
- SMB-ObjectId 247 tier-2
About this record's data
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