Papyri.info — DDbDP (Duke Databank of Documentary Papyri) — text · other
bgu.4.1024
Inscriptions (1)
Inscription #1
· Greek
Translations (1)
... Die Kinder ... Rede des (?) Onophri(o)s ... Der Vorsitzende: Schäme dich vor allem ... und (für?) das Mitwissen des ... Ihr aber sollt der Frau bekannt geben ... . Du hast deine Absicht dargelegt. Erfahret bei Zephyrios den Beschluß, den er ... Gegen eine Frau, die vom betrogenen Ehemann mit einem Ehebrecher ertappt worden ist. Und als der Mann nur mit einem Schwert gegen den Ehebrecher losging, der aber irgendwohin fliehen konnte, ergriff die Frau Sophronia das Schwert von ihrem Mann und schleuderte es ... Sie nahm dann das Schwert auf, (schlug) den Fliehenden und tötete ihn. Der Vorsitzende: Du wirst hier (vor Gericht) gerufen, weil du nicht eingeschritten bist, das Schwert ... zu nehmen. Aber es sollte der Amtsdiener die Wahrheit (erfahren)! Weil du stattdessen glaubtest ... er hätte jene Ruchlosigkeit begangen, floh er ... du ergriffst den ... den Lehrer ... (du aber) entschied(est) dich ... , daher ... (ist) die Sophronia ... mit dem Schwert hinzurichten. Gegen einen, der ein Grab bei Nacht ausgegraben hat und einen mit Pietät begrabenen Leichnam. Der Vorsitzende: Du hast nämlich einen (Toten) ausgegraben, den die Stadt auf öffentliche Kosten begraben und den sie betrauert hat. Du scheinst mir (den Charakter) eines Tieres zu haben und nicht eines Menschen, (mehr noch,) nicht einmal eines Tieres. Denn die Tiere greifen zwar Menschen an, die Verstorbenen aber schonen sie. Du aber legtest an einen Leichnam Hand an, der aus dem Geschlecht der Menschen ausgeschieden war. Welche Gedanken hattest du, den schon Abgerufenen auch noch der letzten Hoffnung zu berauben? Wahrlich beim Zeus, es waren die Beigaben nach den Satzungen, sie waren von der Stadt, sie waren Gaben für den Toten, sie waren Reinigungsgaben. So wirst du folglich die Todesstrafe auf dich nehmen. Gegen einen, der seine Geliebte mit großer Leidenschaft liebte. Als er sie mit einem anderen ertappte, hielt er den Zorn nicht zurück und tötete sie mit einem Schwert. Als er für die Strafe (noch immer) ganztägig gesucht wurde, kam er zum Grabmal seiner Geliebten. Wegen der gar sehr auf ihm lastenden Liebe (stellte er sich) voll Reue. Da er nun (die Verfehlung?) einsah, daß (die Frau, die er doch liebte?) zugrunde ging, gestand er ... (sie) ermordet zu haben. Der Vorsitzende: Als Ursache des (von dir) angezeigten Mordes nennst du die auf dir lastende Liebesraserei und Einfalt als Grund. Das freilich erfordert, daß ich als Richter tätig werde. Ich werde dir also das Leben im Bergwerk lassen, damit du über das nachdenkst, was du ihr im Zorn angetan hast, und (dich schämst). Gegen den Lanzenträger, der verurteilt wurde, weil er wie die Mutter auch (ihre) Tochter zur Frau hatte. Der Vorsitzende: Weil du als Soldat gegen die Feinde unter Waffen standest, glaubtest du, der du eine Mutter und (ihre) Tochter zur Frau hattest, dieses vor der Strenge der Gesetze und vor der Amtsgewalt des Richters zu verbergen. Ich will, aber kann mich nicht in Menschenfreundlichkeit üben, denn gerade im Gegensatz zu ebendieser beweist der von dir an den Tag gelegte Starrsinn das Getane. Also werde ich dich nach Kappadokien schicken, um im Gefangenendasein Anteil zu haben an ... Aber Nachkommenschaft gibt es nicht, und so ist auch nicht über eine Erörterung über jene nachzudenken. Denn auf Grund der Gesetze gebe meine Anordnungen, und von den Zeugen werde ich geprüft. Deshalb wirst Du degradiert in dem Land (= Kappadokien) für zwei Jahre wohnen, damit du über deine Taten nachdenkst und dich selbst ... Gegen eine Frau, die auf ihn losging wegen eines Schmuckstückes auf seinem Kopf. Eine Anhörung fand statt … Der Vorsitzende: Den Schmuck ... gegen (den Liebhaber?) ... Gegen einen Ratsvorsteher namens Diodemos, Bürger von Alexandria, der mit einer Dirne in aller Öffentlichkeit ein Verhältnis hatte ... Regelmäßig erfreute sich dieser Diodemos an der Dirne in den Abendstunden. Diodemos nun ermordete die Dirne, und als Zephyrios das erfuhr, befahl er, Diodemos im Gefängnis festsetzen zu lassen. Am folgenden Tag allerdings forderten die Ratsherren Alexandrias bei der Begrüßung des Zephyrios, er solle Diodemos freilassen und ihn auch nicht weiter verhören. Dem Zephyrios schien die Forderung der Ratsherren ohne Grundlage zu sein; indessen beschloß er, (wenn auch) nicht aufrichtig, den Diodemos freizulassen. Als Zephyrios nun aus seinem Haus heraustrat, forderten ihn Ortsbewohner, nachdem sie ihn begrüßt hatten, auf, Diodemos (nicht) freizulassen. Nun hatte Zephyrios einen Vorwand gefunden und sagte zu den Ratsherren: Ich kann Diodemos nun nicht mehr freilassen, wie ich es euch angekündigt habe, da ja auch die übrigen Fremden und Provinzialen vom (Vorwurf) gegen Diodemos erfahren haben ... von den Schreienden ... Sie erzwangen das freilich, indem sie sagten: Dir und uns kommt es gelegen, daß sowohl Diodemos selbst im Gefängnis (bewacht wird) ... als auch (die anderen Übeltäter) ... Wir fordern seine gerechte Untersuchung und die der anderen! Sie verlangten dann, ihn aus dem Gefängnis vorzuführen und zu verhören. Er (= Diodemos) möge also vorgeführt werden! Und einerseits auf Grund (der Zusage?), andererseits weil er glaubte, durch Bürgschaft frei zu kommen, gestand er, die Dirne ermordet zu haben. Die Mutter der Dirne aber, eine gewisse Theodora, eine alte, arme Frau, bat, daß Diodemos verurteilt werde, ihr einen geringen Unterhalt für die Bedürfnisse ihrer Ernährung zu gewähren. Sie sagte nämlich: Ich habe meine Tochter nur deshalb dem Bordellwirt gegeben, damit ich ernährt werden kann. Weil ich somit, da meine Tochter gestorben ist, der Ernährungsgrundlage beraubt bin, verlange ich daher, daß mir das wenige gegeben wird, wie es eine anspruchslose Frau zum Unterhalt braucht. Der Vorsitzende: Du hast eine Frau getötet, Diodemos, die schändlich die menschlichen Lebensumstände verachtet hat, weil sie das Leben schamlos verbrachte, und am Ende verhökerte sie gleichsam noch das Überleben. Und (dennoch?) solltest du die Unglückliche bemitleiden, weil sie sich lebend an jedermann wie eine Tote hingab. Es drückte sie doch die Armut ihrer Existenz (übermäßig), sie, die sich für entehrenden Lohn verkaufte und die (den Ruf) einer Dirne erhalten hat. (Sie war die schändlichste) der Frauen, weil sie dem (schicklichen) Leben ... ... Das schreckliche Schicksal (habe) ich beschrieben. Zwingendermaßen ist der Mörder der armen Dirne zu verfluchen. Ich habe das Zeugnis der mittellosen, fordernden (Nebenklägerin) zum Zeugnis für die Lebenden erklärt. Damit du aber nicht auf diese Weise in der Folgezeit weiterhin gegen die bestehende Würde des Rates zu handeln vermagst, ordne ich an, um die Ordnung der Stadt und des Rates rein zu halten, daß du mit dem Schwert als Mörder hingerichtet wirst. Theodora aber, die arme alte Mutter der Toten, die wegen der sie bedrückenden Armut die eigene Tochter von der Keuschheit abbrachte, wodurch sie sie schließlich verlor, soll den zehnten Teil vom Besitz des Diodemos erben, weil mir dies die Gesetze vorgeben, wobei die Menschlichkeit mit der Kraft der Gesetze im Einklang steht.
Cross-references (3)
- TM-Text 64373 primary
- DDbDP-Text bgu;4;1024 tier-1
- HGV-Text 64373 tier-1
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